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Jüdische Zeitreise durch 1700 Jahre Geschichte

Die jüdische Geschichte in Deutschland kommt im Schulunterricht nicht ausreichend vor. Es fehlt die Tiefendimension jüdischer Geschichte. Wir möchten hier Basiskenntnisse zur jüdischen Geschichte Europas vor 1933 und nach 1945 vermitteln.
Jüdische Zeitreise durch 1700 Jahre Geschichte

Mittelalter

Durch neun Stationen soll auf die Jahrhunderte alte Geschichte der Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands aufmerksam gemacht werden, von der Spätantike über das Mittelalter zur Gegenwart. Jüdisches Leben in seiner Vielfalt, nicht nur die Verfolgungsperspektive und Holocaust, werden in diesen Stationen angesprochen.

Mit diesem Projekt möchten wir Vorurteile und Feindschaften gegen Juden abbauen helfen. Dabei arbeiten wir mit Fotos, Videosequenzen, Animationen und Texten, um die Erfahrungen jüdischen Lebens in seiner Vielfalt anschaulich zu machen. Dadurch wird eine virtuelle Genealogie entstehen, die im Unterricht benutzt werden soll. Das Leben der Juden im heutigen Deutschland wird sichtbar und erlebbar gemacht.

Die Befindlichkeit der jüdischen Bevölkerung in Deutschland heute ist das abschließende Thema. Dadurch soll man sensibilisiert werden, keine Schimpfworte in Bezug auf Juden verwenden und den im Netz kursierenden Verschwörungsfantasien und judenfeindlichen (etwa im Deutschrap: Farid oder Kollegah) oder rechtsextremen Vorstellungen Sachinformation etwas entgegenstellen.

Hebräisches Manuskript

Nur wenige jüdische Handschriften aus dem Mittelalter sind erhalten geblieben. Hier sieht man eine Seite aus dem Gebetbuch für Feiertage für einen jüdischen Kantor. Man sieht den Anfang des „Kol Nidrei“-Gebets, das am Vorband den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur einleitet. Es wurde vermutlich in Köln um 1250 geschrieben.

Fassade mittelalterliche Synagoge Speyer

In Speyer sind Teile des historischen Synagogengebäudes erhalten geblieben. Im Süden schliesst sich die Frauenabteilung an. Gelehrte Frauen leiteten parallel zum Gottesdienst der Männer die Gebete. Vom Rheinland aus wanderten jüdische Familien im 13.

Bild Elefant Empfangsraum Menasse

Juden waren als Fernhändler im 9. Und 10. Jahrhundert im Gebiet nördlich der Alpen unterwegs. Ein Händel namens Isaak begleitete eine Gesandtschaft von Kar dem grossen nach Bagdad und brachte einen Elefanten als Geschenk vom Kalifen Harun ar-Raschid zurück. Dies erregte grosses Aufsehen und wurde verzeichnet.

Al Andalus

Mit der islamischen Eroberung Andalusiens nach 711 erneuerte sich die jüdische Ansiedlung auf der Iberischen Halbinsel. Es entstanden bedeutende Gemeinden, Talmudhochschule und Synagogen. Hier wirkten wichtige Gelehrte. Die jüdische Mystik, die „Kabbalah“, breitete sich in Spanien aus. Das „Buch des Glanzes“ („Sohar“) wurde hier verfasst.

Das Land Israel – Palästina

Nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 durch die Römer war das Land durch den drei Jahre dauernden Krieg verwüstet. 132-135 wehrten sich die Juden noch einmal gegen das römische Regime. Nun verboten ihnen die Römer den Zutritt zu Jerusalem und anstelle des alten Namens „provincia judaea“ verwendeten sie nun den Begriff „palaestina“, um das Andenken an die Juden auszulöschen.

Weiterführende Literatur